Der Kanton St. Gallen und seine ausländischen Nachbarn 1918–1939


Der Kanton St. Gallen und seine ausländischen Nachbarn 1918–1939

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Zum Buch:

Neben Graubünden ist St. Gallen der einzig Schweizer Kanton, der an drei ausländische Staaten grenzt. Und die Grenzen werden nicht durch hohe Berge gebildet, sondern durch das Wasser von Alpenrhein und Bodensee. Nie vorher in der Geschichte gestalteten sich die Beziehungen St. Gallens zu Baden, Württemberg, Bayern, Vorarlberg und Liechtenstein so intensiv wie in der Zwischenkriegszeit und nie wurden sie so abrupt unterbrochen – mit Ausnahmen zu Lichtenstein - wie in den Jahren 1918 bis 1939. Die hier behandelte Zwischenkriegszeit erscheint voller Gegensätze und Widersprüchlichkeit wie kaum ein anderer Abschnitt der Geschichte des 20. Jahrhunderts und ist durch eine „eigenartige Mischung von Optimismus und Resignation gekennzeichnet“ (Dora, „Das Bistum St. Gallen“). Doch gerade diese Tatsache macht die Zeit von den „Goldenen Zwanzigern“ auch spannend. Die vorliegende Arbeit schliesst eine Lücke in der neueren St. Galler Geschichte und richtet sich an einen bereite Leserschicht in und um den Kanton St. Gallen. „Heribert Küng ist ein typischer Grenzgänger. Wurde eine solche Rolle früher mit Misstrauen betrachtet, so hat diese Eigenschaft heute Vorbildcharakter erhalten, nicht bei den Meinungsbildern, sondern auch in der Bodenseebevölkerung. Heribert Küng ist der Geschichte unserer Region verbunden und vermittelt der Bevölkerung durch seine Arbeiten wichtige Erkenntnisse über die gemeinsame Geschichte. Er erweist sich so als Wegbereiter einer neuen Ära regionalen Kenkens und Handelns. Ein Zweites zeichnet Heribert Küng aus: Er geht den Ursachen nach, welche diese Bodenseeregion politisch auseinandergeführt hat und vermag sie für eine breite Leserschaft anschaulich und spannend darzustellen.“ Kathrin Hilber, Regierungsrätin Kanton St. Gallen

 

Zum Autor:

Heribert Küng, geboren 1940 in Braz (Österreich), Bürger von Maladers (GR) und St. Gallen, Studium der Geschichte an den Universitäten Zürich und Innsbruck, PD an der Universität Ekaterinburg, Russland, Gastprofessor an der Universität Addis Abeba, Äthiopien. Befasst sich seit Jahren mit schweizerischen und regionalhistorischen Themen und publizierte u.a.: „Die Schweiz ist kein Zufall“, „Glanz und Elend der Söldner“, „Die Schlacht bei Rastanz im Spiegel der schweizerischen Historiographie des 20. Jahrhunderts“. Gegen Jahresende wird die Biographie des Thurgauers Alfred III., Staatsminister de äthiopischen Kaisers Menilik II., im gleichen Verlag erscheinen.

 

Vorwort von Regierungsrätin lic. phil. Kathrin Hilber:

Heribert Küng ist ein typsicher Grenzgänger. Wurde eine solche Rolle früher noch mit Misstrauen betrachtet, so hat diese Eigenschaft heute Vorbildcharakter erhalten, nicht nur bei den Meinungsbildnern, sondern auch in der Bodenseebevölkerung. Eine, wenn auch nicht repräsentative Zeitungsumfrage hat ergeben, dass sich praktisch alle Befragten einen Zusammenschluss des Kantons St. Gallen mit dem Land Vorarlberg ohne Vorbehalte vorstellen könnten. Nun aber stellt sich die Anschlussfrage Vorarlbergs aus der zeit nach dem Ersten Weltkrieg nicht mehr, weil eine intensive regionale Zusammenarbeit zum Glück ohne Verschiebung der nationalstaatlichen Grenzen ermöglicht wurde, vor allem dank dem Zurücktreten der Nationalstaaten zugunsten der Idee einer Europäischen Gemeinschaft. Die Anschlussfrage stellt sich heute umgekehrt: Unsere Nachbarn und Freunde respektieren unseren Sonderweg durchaus, würden sich jedoch darüber freuen, wenn ein schweizerischer Beitritt zur Europäischen Union die Grundlage dafür schaffen würde, das Zusammenleben in der Region Bodensee zu vertiefen. Wäre dies nicht ein konstruktiver Gedanke? Heribert Küng ist der Geschichte unserer Region verbunden und vermittelt der Bevölkerung durch seine Arbeiten wichtige Erkenntnisse über die gemeinsame Geschichte. Er erweist sich so als Wegbereiter einer neuen Ära regionalen Denkens und Handelns. Ein Zweites zeichnet Heribert Küng aus: Er geht den Ursachen nach, welche diese Bodenseeregion politisch auseinandergeführt hat und vermag sie für eine breite Leserschaft anschaulich und spannend darzustellen. Beim vorliegenden Buch kommt hinzu, dass die Zwischenkriegszeit bei einer Aufarbeitung unserer jüngsten Vergangenheit eine besonders wichtige Rolle spielt, denken wir nur an den Fall des sanktgallischen Polizeihauptmanns Paul Grüniger. Auch der Kanton will dazu weitere Beiträge leisten, indem er beispielsweise seine Flüchtlingsakten 1920 - 1950 im Staatsarchiv aufarbeiten lässt, hoffend, dass sich später jemand finden lässt, der das Material zu einer anschaulichen Darstellung formen wird. Möge dieses Buch nicht nur Wissbegier befriedigen, sondern auch zu weiterer Forschungstätigkeit anregen, zum Nutzen der Länder und Kantone, welche die Bodenseezusammenarbeit voranbringen, mit dem Ziel, einem Europa der Regionen den Weg zu ebnen, das die Grenzen der Nationalstaaten nicht abschaffen, jedoch durchlässig machen will.

 

Kartoniert - brochiert | 212 S. | 1999

 

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