Vor der Revolution? Der Ordnungsdienst-Einsatz der Armee während des Landesstreiks in Zürich


Vor der Revolution? Der Ordnungsdienst-Einsatz der Armee während des Landesstreiks in Zürich

CHF 50.00
Preis inkl. MwSt., zzgl. Versand


 

Zum Buch:

Als im Herbst 1918 der Erste Weltkrieg seinem Ende entgegenging, wurden Teile der Zürcher Arbeiterschaft immer euphorischer. Lenins Prophezeiung, der weltweite Krieg werde in den industrialisierten Ländern letztlich zur Revolution führen, liess sie hoffen, dass auch in der Schweiz der "Endkampf" kurz bevorstehe. Denn die immer prekäreren sozialen Verhältnisse und die "Klassenkampf-Taktik der radikalen Linken hatten die Spannungen zwischen "Proletariat" und "herrschender Klasse" gefährlich verschärft.

In dem Mass, in dem die Zuversicht der Zürcher Arbeiter stieg, nahm die Besorgnis der zivilen und militärischen Behörden zu. Der Generalstreik vom 1. Oktober 1918, den die Arbeiterschaft zur Unterstützung der Bankangestellten in der Limmatstadt durchführte, ohne dass die Polizei wirksam für die öffentliche Sicherheit zu sorgen vermochte, vergrösserte auf staatlicher Seite die Beunruhigung zusätzlich. Anfangs November brachen in Deutschland in der Tat Aufstände der Arbeiter aus. Nach Ansicht der Behörden bestand die Gefahr, dass der Funke auf die Schweiz überspringen könnte. Der Bundesrat bot auf Antrag der Zürcher Kantonsregierung nahezu zehntausend Soldaten auf, die in der Limmatstadt unter dem Kommando von Oberstdivisionär Emil Sonderegger für "Ruhe und Ordnung" zu sorgen hatten. Die Führung der schweizerischen Arbeiterschaft beantwortete diese Massnahme mit der Ausrufung eines eintägigen Proteststreiks, der sich unter dem Druck der Zürcher Linken zu einem unbefristeten Landesstreik ausweitete. Dies führte in Zürich für einige Tage, wie nie zuvor und nie mehr später, zu einer bürgerkriegsähnlichen Lage.

Das vorliegende Buch bettet diesen umstrittenen Einsatz der Schweizer Armee in den politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse der damaligen Zeit ein. Es zeichnet minutiös und teilweise unter Verwendung bisher nicht benutzter Quellen die Vorgeschichte, den Verlauf und das Nachspiel des Ordnungsdienstes nach, und es stellt die Gründe für das Truppenaufgebot dar. Es relativiert die These, die Armeeleitung habe absichtlich zur Eskalation des Konfliktes beigetragen, und es beschreibt, wie die radikale Zürcher Linke den Militäreinsatz instrumentalisierte, um die Werktätigen unter Ausnutzung der aussenpolitischen Lage zu ihrem grössten Kampf in der Geschichte der schweizerischen Arbeiterbewegung zu führen.

 

kartoniert - broschiert | 300 S. | 1998

Kunden, die dieses Produkt gekauft haben, haben auch diese Produkte gekauft

* Preise inkl. MwSt., zzgl. Versand

Diese Kategorie durchsuchen: documenta militaria