Uri, Modell einer traditionellen Welt?


Uri, Modell einer traditionellen Welt?

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Zum Buch:

Der Stellenwert des innerschweizerischen Kulturraums ist in der modernen Welt eher klein. Vielfach bewegt sich die "herrschende Meinung" über diese Regionen in einem Spektrum, das vom "gesunden Hirtenleben" bis zum "erzkonservativen Bauern" reicht, also nicht über Clichés hinauskommt. Diese Studie versucht, Denken, Fühlen und Handeln der Urner von "innen" darzustellen und den mentalen Horizont und das Weltbild dieses Kantons in einer ganzheitlich-vernetzten Sicht zu erfassen. Uri ist wie andere nicht-städtische Gebiete eine Landschaft, wo die Bevölkerung sich eher kritisch zu den Errungenschaften der modernen Welt stellt. Die Französische Revolution, die Industrialisierung, die moderne Philosophie der Aufklärung wurden in Uri nie ohne Vorbehalte angenommen. WILHELM TELL als Symbol der schweizerischen Freiheit hat nicht nur in Altdorf ein Denkmal, sondern als mentales System der Urner seinen festen Platz. Zeitabschnitt: Die Studie berücksichtigt hauptsächlich das 17.- 18. Jahrhundert, wo die traditionelle urnerische Weltanschauung noch gelebt wurde. Sie stützt sich aber auch auf Quellen und Dokumente, die vom 10. Jahrhundert bis heute reichen. Themen: Sagen, Legenden, Mythen; Raum, Zeit und Geschichte; Religion und Politik; Wirtschaft: Kühe, Reislaufen und Gotthardpass; traditionelle Weltanschauung, WILHELM TELL als Modell des "richtigen Lebens"; Familie und Sexualität; die traditionelle Welt als mentales System und Lebensweise. Schwerpunkte: Der Kanton Uri wird als Modell einer "traditionellen Gesellschaft" beschrieben, wie sie in der Vergangenheit überall existiert hat und bis heute noch in Berggebieten überleben konnte. Die Studie zeigt, welche geistigen Mechanismen dazu geführt haben, die einbrechende Modernität abzulehnen. Sie erlaubt zudem Quervergleiche mit ähnlich gelagerten Gesellschaften der ganzen Welt. Das Buch versucht eine Antwort auf die Feststellung des französischen Historikers, GEORGES DUBY, zu geben, der in der Pariser Zeitung "LE MONDE" am 26. Januar 1993 schrieb: "Man müsste einmal jene Gesellschaften genauer untersuchen, in denen Religiöses und Profanes noch unvermischt vorkommen und in denen das Geistige unzweifelhaft das Materielle strukturiert. Der Historiker sollte versuchen das Religiöse, das bis in die heutige Zeit im Zentrum des Entwicklungsprozesses der europäischen Gesellschaft stand und das von der Geschichtsforschung vom Rest des gesellschaftlichen Lebens isoliert wurde, wieder in eine gesamtheitliche Betrachtungsweise überzuführen."

 

Zum Autor:

Anselm ZURFLUH wird am 22. August 1953 als Bürger von Silenen (Kanton Uri) geboren. Er schliesst seine Studien mit einem Doktorat der Geschichte und einem Doktorat der Völ­ker­­kunde der Universität Nizza ab. Im Verlauf seiner berufli­chen Laufbahn ist er Haupt­lehrer für Geschichte und Französisch am Kol­legium von Einsiedeln, Lehrbeauftragter für Kunstgeschichte an der Uni­ver­sität von Avignon, Assistent des Rektors de Akademie von Nizza, Verleger, Forscher und Autor geschichts­wissenschaftlicher Werke. Anselm Zurfluh ist ein Spezia­list des 17. Jahrhunderts und der Zivilisation des Alpenraumes. Er hat seine Arbeit als Direktor des Auslandschweizer-Instituts am 1. September 2002 aufgenommen und wohnt in Penthes.kartoniert -

broschiert | 388 S. | 1994

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